Wozu eigentlich Aufwärmen?

IMG_2439Als Fitnesscoach plädiere ich immer für ein intensives Aufwärm-Programm.
Doch oft sieht man Menschen im Fitnessstudio, die nach zwei, drei Mal Schulterkreisen, direkt an die hohen Gewichte gehen; „Ich hab keine Zeit. Ich will ballern!“ Höre ich oft, als Ausrede. Du wirst auf kurzer Sicht dein Krafttraining oder deine Kampfsportart an den Nagel hängen müssen, weil Du keine Ahnung hast, was du deinem Körper ohne einer Aufwärmen-Phase antust. Um dir die Dringlichkeit aus sportmedizinischer Sicht deutlich zu machen, erkläre ich dir in 2 Minuten, warum es dein Trainingserfolg verlängert.

Das Aufwärmen hat eine wichtige Funktion in der Mechanik der Gelenke. Das Gelenk besteht aus zwei artikulierende Skelettelemente. Die Gelenkkapsel umhüllt die zwei Knochenstückchen und haben ihren Ursprung in der Knochenhaut. Verstärkungsbänder stützen die Kapsel zusätzlich. Im Gelenkspalt befindet sich der Gelenkknorpel. Die dort zu findende Synovialhaut sorgt dafür, das Synovialflüssigkeit produziert wird. Sie senkt enorm den Reibungswiderstand im Gelenk, so wird das komplette Gelenk geschont. Damit diese Flüssigkeit produziert wird im Körper, muss der Diffusionsprozess in Gang gebracht werden. Kontraktion und Entspannung pressen und schwämmen den Knorpel, wie einen Schwamm immer wieder zusammen und auseinander. Durch diese leichte Belastung wird die Produktion der Synovialflüssigkeit erhöht. Der Gelenkspalt füllt sich mit dieser Flüssigkeit und hat zur Folge, dass der Abstand der beiden Knochen weiter auseinander geht. Dadurch werden Sehen und Bänder an den Seiten des Gelenks gespannt und sorgen für eine erhöhte Festigkeit bei der folgenden Belastung. Vor allem in der Kampfkunst, ist die Belastung der Gelenke hoch. Sie werden bei Tritt-, Schlag-, Hebelübungen mehr als strapaziert. Ohne Aufwärmen kann ein kaltes Gelenk sich nicht gegen diese Belastung schützen. Auch junge Kraftsportler / „Pumper“ erleben nach 2 – 3 Jahren intensiven Krafttrainings Vorzeichen von Bandscheibenvorfall o.ä. Kurz- und langzeit Schädigungen der Gelenke an den Schultern oder oft auch in den Knien, sind da die Folge. Bei einem aktiven Aufwärm-Programm, kann dem entgegengewirkt werden, da die Synovialflüssigkeit eine Art „Stoßdämpfer“-Funktion noch zusätzlich übernimmt. Auchh gut zu wissen: Je öfter ein Gelenk genutzt wird, desto länger ist seine „Haltedauer“. Wichtig ist nur, dass die körpereigenen Prozesse zum Schutz vor Abnutzung vorher aktiviert werden. Es ist daher wichtig, schon in jungen Jahren Sport zu treiben. Je höher das biologische Alter des Körpers ist, desto länger sollte die Aufwärm-Phase sein, da die Prozesse sich im Laufe der Zeit verlangsamen. Also wer lange Pumpen möchte, muss vorher sein Gelenk „aufpumpen“, damit der Körper noch lange 100% geben kann. Rotationen in den Gelenken und lockere Übungen mit körpereigenen Gewicht sollten mindestens 10-15 Minuten vor dem eigentlichen Workout eingeplant werden. Ich nehme mir durchschnittlich 25 Minuten Zeit.

Liebe Grüße an deinen Körper, er wird es dir danken!

Coach

Yazz

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